Fordern Sie kostenlos unser Blutentnahmeset für die ESR1-Mutationsanalyse an. Das Set enthält blutstabilisierende Röhrchen, Untersuchungsauftrag und eine detaillierte Anleitung zur Probenentnahme und zum Versand. Der Rückversand ist für Sie kostenlos. Alternativ bieten wir die Analyse auch aus Tumorgewebe (FFPE-Material) an.
Hier können Sie den aktuellen Untersuchungsauftrag für die ESR1-Liquid Biopsy als PDF-Dokument herunterladen.
ESR1-Diagnostik: Liquid Biopsy & Gewebe
Hochsensitiver Nachweis von ESR1-Mutationen beim metastasierten HR+/HER2- Mammakarzinom – sowohl aus Blut (Liquid Biopsy, ctDNA) als auch aus Tumorgewebe (FFPE). Mittels digitaler PCR und Next Generation Sequencing (NGS) werden therapierelevante ESR1-Mutationen zuverlässig detektiert.
Indikation und klinischer Nutzen
Die ESR1-Testung erfolgt bei Tumorprogression unter antihormoneller Erstlinientherapie und ermöglicht den gezielten Einsatz von SERD-Therapien wie Elacestrant (Oserdu) und Imlunestrant (Inluriyo). Nationale und internationale Leitlinien (NCCN, ASCO) empfehlen die ESR1-Testung mittels Liquid Biopsy oder Gewebediagnostik.
Abrechnung als GKV-Leistung
Die ESR1-Mutationsanalyse ist eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und wird nach den aktuellen EBM-Ziffern abgerechnet.
Selektion ESR1 mutierter Tumorklone unter antihormoneller Therapie
Unter antihormoneller Therapie verändert sich die Tumorbiologie, indem selektiver Druck zur Entstehung und zum Wachstum ESR1 mutierter Tumorklone führt. Bei Tumorprogress unter Erstlinientherapie beträgt der Anteil ESR1 mutierter Mammakarzinome bis zu 40%. ESR1 Mutationen führen zu einer konstitutiven Aktivierung des Östrogenrezeptors, was die Wirksamkeit antihormoneller Therapien verringert und zur Therapieresistenz beiträgt.
ESR1 Mutationen und klinisches Outcome
Patientinnen und Patienten mit ESR1 mutierten Mammakarzinomen zeigen häufig eine schnellere Krankheitsprogression und eine kürzere Überlebenszeit im Vergleich zu Patientinnen und Patienten ohne solche Mutationen. Dies unterstreicht die Bedeutung einer frühzeitigen Detektion.
Wann wird eine ESR1-Testung durchgeführt?
Nationale und internationale Leitlinien empfehlen eine ESR1-Testung bei:
- Tumorprogression unter antihormoneller Erstlinientherapie
- HR+/HER2- metastasiertem Mammakarzinom bei Therapieversagen
- Therapieplanung für nachfolgende Behandlungslinien mit SERDs
- Gemeinsam mit PIK3CA-Testung für vollständiges molekulares Profil
Bei Nachweis einer ESR1-Mutation kann eine Therapie mit SERD-Substanzen wie Elacestrant (Oserdu) oder Imlunestrant (Inluriyo) erwogen werden.
Liquid Biopsy und Gewebediagnostik
Die Liquid Biopsy ist eine nicht-invasive Methode zur Erfassung genetischer Veränderungen im Tumor mittels zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) im Blut. Durch die Liquid Biopsy können ESR1-Mutationen verschiedener Tumorklone erfasst werden, was die Wahrscheinlichkeit erhöht, eine relevante ESR1-Mutation zu finden. Alternativ bieten wir die ESR1-Mutationsanalyse auch aus Tumorgewebe (FFPE-Material) an – beispielsweise wenn bereits eine aktuelle Biopsie vorliegt oder die Liquid Biopsy kein eindeutiges Ergebnis liefert.
Selektive Östrogenrezeptor Degrader (SERD) – Elacestrant & Imlunestrant
Selektive Östrogenrezeptor Degrader (SERD) sind eine wichtige Wirkstoffklasse in der Behandlung des Hormonrezeptor-positiven Mammakarzinoms. Durch den gezielten Abbau des Östrogenrezeptors inhibieren SERDs das Östrogenrezeptor-vermittelte Tumorwachstum. Der Nachweis einer ESR1-Mutation – mittels Liquid Biopsy oder Gewebediagnostik – ist essentiell für den Einsatz von SERDs, da diese Mutationen eine konstitutive Aktivierung des Östrogenrezeptors bewirken und die Wirksamkeit konventioneller antihormoneller Therapien verringern. Mit Elacestrant (Oserdu) und Imlunestrant (Inluriyo) stehen zwei zugelassene orale SERDs zur Verfügung.
Elacestrant (Oserdu) – Oraler SERD
Elacestrant ist der erste oral verfügbare Selektive Östrogenrezeptor Degrader, der spezifisch für ESR1-mutierte, Hormonrezeptor-positive und HER2-negative Mammakarzinome zugelassen ist. Die EMERALD-Studie zeigte, dass Patientinnen mit ESR1-Mutation signifikant von einer Elacestrant-Therapie profitieren. Im Gegensatz zu Fulvestrant kann Elacestrant in Tablettenform eingenommen werden.
Imlunestrant (Inluriyo) – Oraler SERD
Imlunestrant ist ein oraler Antagonist und Degrader des Wildtyp- und mutierten Östrogenrezeptors (ERα), zugelassen für die Monotherapie bei ESR1-mutiertem ER+/HER2- Mammakarzinom nach endokriner Vortherapie. Die EMBER-3-Studie zeigte bei ESR1-Mutation eine signifikante PFS-Verlängerung gegenüber dem Therapiestandard (HR 0,617; p=0,0008).
Weitere orale SERDs in Entwicklung
Neben Elacestrant und Imlunestrant befinden sich weitere orale SERDs in klinischer Entwicklung. Allen gemeinsam ist die Voraussetzung des Nachweises einer aktivierenden ESR1-Mutation für die Patientenselektion – mittels Liquid Biopsy oder Gewebediagnostik.
Dies ist das erste Mal, dass wir ESR1-Mutationen nutzen, um eine spezifische Therapie auszuwählen. Es ist ein Beispiel dafür, was uns in Zukunft erwarten wird, da wir immer mehr in der Lage sind, jene Tumorgruppen zu identifizieren, die auf zielgerichtete Therapien ansprechen. Das ist unser Ziel in der Präzisionsmedizin.
— Dr. Angela DeMichele, ASCO
Leitlinien-Empfehlungen
Nationale und internationale Leitlinien empfehlen die Testung von ESR1-Mutationen beim metastasierten HR+/HER2- Mammakarzinom. Das National Comprehensive Cancer Network (NCCN) empfiehlt, den ESR1 Mutationsstatus mittels Liquid Biopsy zu erfassen. Dazu soll zirkulierende Tumor DNA (ctDNA) im Blut untersucht werden. Explizit wird darauf hingewiesen, dass der ESR1 Mutationsstatus nicht an Material des Primärtumors untersucht werden soll, da es sich bei ESR1 Mutationen in der Regel um erworbene Mutationen handelt.
Im ASCO (American Society of Clinical Oncology) Guideline Rapid Recommendation Update wird empfohlen, den ESR1-Mutationsstatus im Falle eines Tumorprogresses unter endokriner Therapie im Blut (Liquid Biopsy) oder Gewebe (gewonnen zum Zeitpunkt der Tumorprogression) zu bestimmen. Der Flüssigbiopsie wird auch hier die höhere Sensitivität zugeschrieben.
Liquid Biopsy – Flüssigbiopsie
Wir setzen modernste molekulardiagnostische Verfahren ein, um ESR1-Mutationen mit höchster Sensitivität nachzuweisen – sowohl aus Blut (Liquid Biopsy) als auch aus Tumorgewebe (FFPE). Je nach klinischer Fragestellung und Probenmaterial kommen zwei komplementäre Technologien zum Einsatz:
Digitale PCR (dPCR)
Mittels hochsensitiver digitaler PCR werden die relevanten Hotspot-Mutationen des ESR1-Gens in im Blut zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) nachgewiesen. Erfasst werden Mutationen mit einer Variantenfrequenz (VAF) von bis zu 0,1 Prozent. Eine VAF von 0,1 Prozent bedeutet, dass in 5000 Wildtyp-Kopien des jeweiligen Gens fünf veränderte (mutierte) Kopien nachgewiesen werden können. Die dPCR bietet absolute Quantifizierung und höchste Sensitivität für bekannte Hotspot-Mutationen.
Next Generation Sequencing (NGS)
Ergänzend zur digitalen PCR setzen wir moderne Next Generation Sequencing (NGS) Technologie ein. NGS ermöglicht die umfassende Analyse des ESR1-Gens sowie weiterer therapierelevanter Gene wie PIK3CA. Diese Methode erlaubt die Detektion auch seltener oder bisher unbekannter Mutationen und bietet ein vollständiges molekulares Profil des Tumors für eine optimale Therapieplanung.
Praktische Durchführung
Liquid Biopsy (Blut): Die Liquid Biopsy kann an leicht zugänglichem Untersuchungsmaterial (Blut) durchgeführt werden. Eine invasive Probenentnahme ist nicht notwendig. Die Blutentnahme kann prinzipiell von jedem behandelnden Arzt durchgeführt werden.
Gewebediagnostik (FFPE): Alternativ oder ergänzend bieten wir die Mutationsanalyse auch aus formalinfixiertem, paraffineingebettetem Tumorgewebe (FFPE) an. Dies ist insbesondere dann sinnvoll, wenn eine aktuelle Biopsie vorliegt, die Liquid Biopsy kein eindeutiges Ergebnis liefert oder bei primärer Diagnostik am Operationspräparat.
Probenqualität
Beim Probenversand sollte auf kurze Transportzeiten geachtet werden, da Hämolyse – der Zerfall von Blutkörperchen – zu einer Verdünnung der zirkulierenden Tumor-DNA (ctDNA) führt. Hierdurch kann das Ergebnis der Untersuchung verfälscht und in seiner Aussagekraft eingeschränkt werden. Aus diesem Grund gibt es spezielle blutstabilisierende Abnahmesysteme, die einen Probentransport auch über eine weitere Distanz und längere Transportzeit ermöglichen.
Qualitätssicherung
Unsere Praxis ist nach ISO 17020 durch die Deutsche Akkreditierungsstelle (DAkkS) akkreditiert und gewährleistet damit eine qualitätsgesicherte Diagnostik nach international anerkannten Standards. Die ESR1-Mutationsanalyse mittels digitaler PCR und NGS erfüllt höchste Qualitätsstandards. Die Qualität wird durch regelmäßige Teilnahme an Ringversuchen zur externen Qualitätssicherung kontinuierlich überprüft.